Jobsuche Das müssen Sie beachten


Ein Businessman hält ein Fernglass zur Jobsuche in der Hand

Den einen Job fürs Leben – es gibt ihn nicht mehr. Die Realität heute: regelmäßige Jobsuche und Jobwechsel, lebenslanges Lernen, Weiterbildungen, wenn nicht gar Brüche im Lebenslauf – Berufs- und Branchenwechsel inklusive. Zugegeben, für einige hört sich das wie eine Bedrohung an, mit wenig Sicherheiten, häufigen Ortswechseln, viel Unruhe. Lassen Sie sich davon nicht ins Bockshorn jagen. Das klingt schlimmer, als es ist. Tatsächlich stecken in dieser neuen flexiblen Arbeitswelt mehr und oft ungeahnte Chancen.

Die offensichtlichste: Die Kaminkarrieren von einst verschwinden zugunsten von flexiblen Arbeitsweisen mit abwechslungsreichen Teams und Projekten, Heimarbeit und der Möglichkeit an wechselnden Orten und optimalen Zeiten seinem Beruf nachzugehen. Nicht wenige machen sich später als Spezialist selbstständig und werden so ihr eigener Chef.

Und nicht zuletzt gilt für die Jobsuche: Sie können es viel entspannter angehen. Die Entscheidung von heute, legt Sie nicht für die kommenden 40 Berufsjahre fest.

Was Sie dennoch bei der Jobsuche wissen und beachten sollten:

Phase 1 der Jobsuche: die Orientierung

Nehmen Sie sich viel Zeit, um Ihr optimales Wirkungsfeld zu erschließen - egal, ob Sie frisch aus der Schule oder Uni kommen oder schon mitten im Berufsleben stehen. Immerhin sind die Möglichkeiten heute vielfältig, die Alternativen groß, die Pfade daher aber auch auf den ersten Blick verschlungen.

Wie finde ich einen Job, der zu mir passt?

Diese drei Faktoren sollten Sie bei der Jobsuche immer im Blick haben:

1. Motivation: Haben Sie ein Herz für Zahlen und Tabellen - oder waren Sie in Mathe einfach nur gut? Im ersten Fall ist der Werdegang zum Controller oder Finanzchef durchaus empfehlenswert. Im zweiten Fall kann es in einen freudlosen Job führen, in dem Sie später nur noch die Stunden herunterzählen. Wer dagegen ein profundes Interesse an der Materie hat, mit der er sich tagtäglich beschäftigt, besitzt ungleich höhere Chancen auf eine steile Karriere und nachhaltige Freude am Beruf als wer nur auf Noten oder Berufschancen achtet.

2. Talent: Mal angenommen, Sie sind seit Ihrer Kindheit ein alles verschlingender Bücherwurm. Sie lieben gute Geschichten und Sie lieben es, sich selbst welche auszudenken. Unglücklicherweise ist Ihr Talent aber arg begrenzt, Ihre Schreibe keinem Bücherfreund zuzumuten. In dem Fall ist Ihnen trotz aller Begeisterung dringend von einer Karriere als Schriftsteller abzuraten. Soll heißen: Hinterfragen Sie sich vor der Jobsuche selbst, analysieren Sie ganz offen und ehrlich Ihre eigenen Stärken und Schwächen. Schließlich wollen Sie gut sein in dem, was Sie hauptberuflich tun. Wer dagegen einen Beruf wählt, weil der auf Freunde Eindruck macht oder den Eltern gefällt, tut sich selten einen Gefallen: Denn SIE sind es, der die nächsten Jahre diesen Beruf ausübt – nicht die Freunde. Die Wahrheit ist aber auch: So manches Talent muss erst noch entdeckt und gefördert werden. Zudem gibt es viele Berufe, die eher Erfahrung und langjährige Übung verlangen als ein extraordinäres Talent. Machen Sie sich also auch keine Sorgen, die falsche Entscheidung für ein ganzes Leben zu treffen: Es gibt da draußen genügend Berufe, die zu Ihnen passen. Manche entstehen vielleicht gerade erst.

3. Rahmenbedingungen: Auch der schönste Job, der Ihnen wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint, kann Sie unglücklich machen. Wenn er zum Beispiel kaum etwas einbringt; wenn er Ihnen hohl und sinnlos erscheint oder wenn er Ihr Privatleben zeitlich auffrisst. Lassen Sie daher auch die Rahmenbedingungen in Ihre Überlegungen mit einfließen und überlegen Sie, was Ihnen besonders wichtig ist: ein gutes Gehalt, ein günstiger Standort, eine gute Arbeitsatmosphäre, der Einsatz für eine gute Sache oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Beispiel. Oder möglicherweise der innige Wunsch, die Familientradition fortzuführen. Die Prioritäten bei der Jobsuche setzen letztlich allein Sie.

Phase 2 der Jobsuche: die Recherche

Sobald Sie sich durch die Stellenanzeigen für Kaderleute klicken, werden Sie schnell feststellen: Es gibt Berufsbilder, von denen Sie gar nicht wussten, dass sie existieren. Berufe kommen und gehen, manche sterben aus, andere werden geboren.

3 Fragen, die Sie sich stellen sollten
  1. Welche Berufsbilder gibt es, von denen ich bislang noch gar nicht wusste?
  2. Welche Berufsprofile entsprechen meinen Fähigkeiten und Neigungen?
  3. Welche Berufe haben Perspektive und Zukunft?

Eine kostenlose Checkliste mit weiteren Fragen finden Sie HIER.

Die Zukunftsfähigkeit eines Berufs wird dabei immer wieder aufs Neue von technologischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst. Der Aufstieg der sozialen Medien zum Beispiel hat dazu geführt, dass Social Media Manager heutzutage in vielen Unternehmen fest verankert sind. Deshalb sollten Sie langfristige Trends nicht aus Ihren Überlegungen ausblenden.

Beispiel: Die demographische Entwicklung in der Schweiz und in ganz Europa lässt die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten stark altern. Dass Berufe im Umfeld der Altenpflege eine solide Perspektive besitzen, ist daher relativ wahrscheinlich.

Summa summarum heißt das für Sie:

Verschaffen Sie sich bei der Jobsuche einen möglichst großflächigen Überblick über Branchen und Berufe, die für Sie als Wirkungsumfeld in Frage kommen - und berücksichtigen Sie die jeweiligen Zukunftsperspektiven. Saugen Sie dazu alle Informationen auf, die Sie finden können - und recherchieren Sie in Datenbanken, Studien, Statistiken, Presseberichten und sozialen Netzwerken.

Phase 3 der Jobsuche: die Entscheidung

Studenten und Berufsanfänger können durch Praktika und Nebenjobs den Sprung ins kalte Wasser wagen, um ihre Affinität zu einer bestimmten Branche zu testen.

Altgedienten Fachkräften fällt es dagegen oft deutlich schwerer, zu wechseln oder gar umzusatteln. Immerhin gibt es eine Stelle zu verlieren - und mit ihr ein gewisses Maß an Sicherheit und Verlässlichkeit.

Unser Rat: Wenn Sie sich in folgenden vier Aussagen gänzlich wiedererkennen, ist es Zeit, um ernsthaft über einen Berufs- oder Branchenwechsel nachzudenken.

4 Motive, die für einen Jobwechsel sprechen

  • Sie können sich nicht vorstellen, diesen Job für die nächsten zehn Jahre auszuüben.
  • Sie fühlen sich in ihrer Tätigkeit unterfordert und nicht ausreichend wertgeschätzt.
  • Sie können sich mit dem Unternehmen, seinen Produkten und Zielen nicht identifizieren.
  • Sie sind mental gefestigt und haben auch privat den Rückhalt, um ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang einzugehen.